Interview
Eleonora, die Elfe unter den Singer-Songwriterinnen

von Denise Dewitz, Jahrgang 1991, am 22.04.2010
Eleonora kommt aus München und macht schöne und oft traurige, zarte Popnummern, die sie alleine mit ihrer akustischen Gitarre begleitet oder aber mit ihrer Band Molinia die Clubs aus der Umgebung unsicher macht.
Ist Eleonora eigentlich dein richtiger Name?
Mein richtiger Name ist Nora, aber das ist so kurz und ein bisschen verwechselbar. Deswegen hatte ich das Gefühl, es müsste was dazu. Aber vielleicht entscheide ich mich irgendwann auch wieder um, das weiß ich noch nicht…
Seit wann machst du Musik?
Ich habe als Kind mit Klavier angefangen. Vor fünf Jahren habe ich angefangen Songs zu schreiben, ein halbes Jahr später habe ich die Band gegründet und irgendwann dann auch angefangen alleine auf die Bühne zu gehen. Das kam alles so nach und nach. In meiner Kindheit habe ich auch nur klassisch Klavier gespielt, da habe ich auch nichts geschrieben. Das kam alles mit der Gitarre später.
Was war dein bester Auftritt?
Der Auftritt im Cord im März im Vorprogramm von Kintopp. Wir hatten einen tollen Mischer, die Anlage war super, der Sound war super. Und irgendwie ist es auch eine magische Sache, wie man als Mensch so drauf ist, man ist ja als Mensch keine Maschine, du weißt eigentlich nie, wie es wird, aber da hat alles ganz gut gepasst.
Hast du schon einmal im Ausland gespielt?
In Italien habe ich eine biologische Konferenz organisiert. Das Tagungshotel hat eine ganz tolle Lobby direkt am See und da habe ich angefragt, ob die Interesse hätten, dass ich da ein Konzert gebe, die haben ja gesagt, und so habe ich auf Elba ein Konzert gegeben.
Hattest du auch mal einen schlechten Auftritt?
Ja, mehr als einen! Das ist, wie gesagt, von so vielen Dingen abhängig. Manchmal ist es einfach so, dass die Mischung nicht gut ist, dann ist zum Beispiel die Gitarre so laut, dass hinterher meine Freunde gesagt haben: „Ich habe deine Stimme gar nicht gehört und die Texte schon gar nicht.“ Oder wenn man selber komisch drauf ist und nicht in dieses Feeling rein kommt, das ist natürlich keine gute Voraussetzung. Es ist zwar so, dass man es selber noch mal anders empfindet als die anderen, aber ich fand es selber manchmal nicht so… Auch wenn viele gesagt haben, es war cool.
Wer sind deine musikalischen Vorbilder?
Heather Nova, die macht ganz softe Songwriter-Sachen. Mit 14/15 habe ich ihre frühen Alben entdeckt und fand die Texte unheimlich toll. Ihre Anfangstexte sind düster und emotional tiefgehend, da habe ich auf einmal etwas gefunden, was ich an Texten so vorher noch nicht kannte. Ich finde, jetzt macht sie nicht mehr so tiefgehende Sachen, aber damals fand ich das einfach nur…WOW! Ani DiFranco mag ich auch sehr gerne. Die ist von den Texten viel härter als Heather Nova, aber auch ziemlich klug. Manchmal ist sie mir eine Spur zu hart, aber sie hat auch ganz tolle gedankliche Ansätze. Sie hat in ihren Texten manchmal gute Knicks und Drehs drin, die ich sehr spannend finde. Sie spielt auch irrwitzig gut die akustische Gitarre.
Ich finde auch John Mayer spielt wahnsinnig geil Gitarre, aber E-Gitarre ist natürlich ein ganz anderer Sound als diese akustischen Singer-Songwriterinnen.
Mit wem würdest du gerne mal auf Tour gehen?
Eigentlich mit allen, die ich gerade genannt habe… Alle, die ich als Musiker und Künstler toll finde; das wäre bestimmt mit jedem von denen spannend.
Deine Lieblingslocation im München?
Eigentlich mag ich Plätze, Parks, Wiesen und Bänke gerne. Das Univiertel mag ich auch gerne! Ansonsten ist habe ich eigentlich keine Lieblingslocation….
Welchen Lovesong findest du am schönsten?
Da fallen mir ganz viele ein, mit ganz unterschiedlichen Facetten. Ich finde zum Beispiel von Taylor Swift „White Horse“ sehr schön. Das ist aber ein trauriges Lied! Von Ani DiFranco „Done Wrong“ find ich auch sehr schön, das ist auch über das Ende einer Beziehung.
Wie findest du Lena-Meyer Landrut?
Ehrlich gesagt habe ich mich mit diesem Phänomen noch gar nicht auseinandergesetzt, ich habe nur manchmal was gesehen. Nur zufällig habe ich ein paar Ausschnitte gesehen. Ich habe kein Interview von ihr gehört, deswegen kann ich sie als Person überhaupt nicht einschätzen.
Aber das was ich gesehen habe, fand ich ganz spannend und gut.
Was ist dein Tipp: Welchen Platz wird Deutschland in Oslo belegen?
Keine Ahnung! Ich weiß gar nicht, wer da alles antritt, deswegen kann ich da leider keinen Tipp abgeben.
Was fällt dir spontan ein zu….
New York?
Da fällt mir natürlich mein Song „NYC Girl“ ein. Eine Freundin ist dort hingegangen zu einer Zeit, wo wir unheimlich eng waren, dann war sie weg und ich habe es wahnsinnig vermisst, dass ich jemanden hatte, mit dem ich irre Gespräche führen konnte. Das war eine Freundschaft, die Tiefe hatte und das thematisiere ich in diesem Song. Ich war leider noch nicht in New York, aber ich würde gerne mal dahin, wegen der Musik, Kunst und Kultur. Das Pulsierende an der Stadt mag ich auch sehr gerne.
Germany’s Next Topmodel?
Ich habe das am Anfang mal geschaut, aber von der aktuellen Staffel habe ich noch keine einzige Folge gesehen. Früher fand ich es witzig, aber die aktuellen Leute kenne ich überhaupt nicht, außer Heidi Klum natürlich.
Norah Jones?
Die mag ich gerne. Als ihre erste CD rauskam, fand ich ihren soften Sound gut und sie hat auch super Musiker mit denen sie spielt.
Magst du mitschreiben?
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