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Interview

Blindes Verstehen

Blindes Verstehen

von Denise Dewitz, Jahrgang 1991, am 08.09.2009

Nach zweijähriger Schaffensphase steht nun "Reveal" von 2nd MOON in den Läden. Damit hat die deutsche Rockband hat ihr erstes Studioalbum veröffentlicht. Die Band besteht schon seit den 90ern, damals traten sie aber unter dem Namen „Paradocs“ auf und konnten auch einige kleinere Erfolge mit beispielsweise dem John Lennon Talent Award erzielen. Da sich der große Durchbruch nicht einstellte, löste sich die Band auf. 2002 fanden die Mitglieder wieder zusammen, traten zunächst als U2-Tribute-Band ACHTUNG BABY auf und beschlossen, auch wieder eigene Songs zu schreiben. Ein Interview mit dem Sänger Marc Schülert

Denise: Marc, was ist dein Lieblingsdrink?
Marc: Kaffee…definitiv. Ansonsten auch Wasser, mal ein Bier (oder Alster/Radler) und ein Glas Rotwein.

Denise: Hast du eine Lieblingsband?
Marc: Ich höre alles Mögliche an Musik. Meine erste richtige Inspiration erlebte ich mit etwa sechs Jahren mit der Musik von Jean-Michelle Jarre. Mit 18 habe ich dann sehr viel U2, Simple Minds, INXS, Depeche Mode und Talk Talk gehört. Zu meinen Favoriten der letzten zehn Jahre zählen Bands wie Coldplay, Filter, Angels & Airwaves und The September When, eine norwegische Rockband. Im Übrigen zählt auch das Madonna-Album „Ray of light“ zu meinen Top 10.

Denise: Dein schlimmster Albtraum?
Marc: Dass meiner Frau oder meinen Kindern etwas zustoßen könnte.

Denise: Was ist dein liebster Song von Michael Jackson?
Marc: Hm…da muss ich überlegen. Vielleicht „Beat it“ …und evtl. dann noch „Dirty Diana“. Ein großer Jackson-Fan war ich nie.

Denise: Ohne welchen Gegenstand kannst du nicht leben?
Marc: Dieses Problem habe ich nicht wirklich, obwohl ich zugeben muss, dass ich auf einer einsamen Insel einen PC mit Internetzugang vermissen würde.

Denise: Wer ist die wichtigste Person in deinem Leben?
Marc: Ganz klar meine Frau und meine Kinder.

Denise: Am 28.08 wird euer Debüt-Album Reveal veröffentlicht. Welche Reaktionen der Hörer erwartet ihr?
Marc: Nun, ich hoffe natürlich, dass es positive Reaktionen gibt. Ich denke schon, dass man hören kann, mit wie viel Liebe zu unserer Musik wir zu Werke gegangen sind. Zwei Jahre haben wir für das Album gebraucht, und ich denke, die Qualität der Songs spricht für sich.

Denise: In dem Video Tiny little things, ein Song, der ebenfalls auf Reveal zu finden ist, geht es um einen Jungen, der von seinen Mitschülern und seiner Lehrerin gemobbt und ausgegrenzt wird. Wie kamt ihr auf die Idee zu diesem Video? Habt ihr in eurer Schulzeit ähnliche Erfahrungen durchgemacht?
Marc: In erster Linie geht es in dem Song um die ambivalenten Gefühle von Eltern, die ihren Kindern, welche die Diagnose ADS/ADHS, Asperger oder Hochbegabung haben, Medikamente verabreichen müssen, damit diese aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten von unserem Schulsystem nicht abgeschoben werden und auf der Sonderschule landen.
Wir kennen Fälle, in denen die Kinder eine Laufbahn als Akademiker eingeschlagen haben, von der Regel-Schule aber zunächst auf eine Sonderschule abgeschoben wurden. Die Medikamente helfen den betroffenen Kindern zwar, sich besser zu organisieren und strukturieren, aber sie bleiben durch ihre Andersartigkeit auf ewig Außenseiter und werden schnell zur Zielscheibe für mobbingzugeneigte Mitschüler, Lehrer und Nachbarn.

Denise: Werdet ihr mit dem neuen Album auf Tour gehen?
Marc: Davon ist im Moment leider noch nicht auszugehen. Wir werden aber im Rahmen unseres Programms von ACHTUNG BABY versuchen, mit 2nd MOON immer wieder unsere eigene Vorband zu sein. Wann und wo das sein wird, kann man immer auf unserer Website www.2ndmoon.com nachlesen.

Denise: Was macht eure Band besonders?
Marc: Die Mischung aus allem. Die lange Erfahrung und der Hunger danach, mit der eigenen Musik viele Menschen zu erreichen, sind sicherlich eine Sache. Aber vor allem wohl die Tatsache, dass wir schon die Hälfte unsere Lebens Freunde sind, Andreas und ich kennen uns seit der 9. Klasse, und uns blind verstehen, macht unsere Band zu etwas Besonderem. Keiner von uns ist austauschbar, jedenfalls nicht bei 2nd MOON. Hinzu kommt, dass uns unsere Fans nachsagen, dass wir auf der Bühne eine ungeheure Energie entfesseln, an der wir uns selbst und unser Publikum berauschen können.

Denise: Welchen erfolgreichen Song hättet ihr gerne geschrieben?
Marc: Da kann ich nur für mich sprechen… jedes Jahr zur Weihnachtszeit denke ich daran, wie sich George Michael die Hände reiben muss, wenn er seinen eigenen Song „Last Christmas“ im Radio hört. Dagegen hätte ich sicher auch nichts einzuwenden gehabt.

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